Frühere Kulturmtage im Ismaninger Wasserturm
Mehrmals fanden schon in unregelmäßigen Abständen Kultur(m)tage im Ismaninger Wasserturm statt. Dem Besucher sollte gezeigt werden, dass Tradition, Kunst und Technik ideal harmoniert. Im Jahr 2004 fanden die letzten Kulturmtage statt und wir haben uns den Zahlen 80 - 20 - 90 verschrieben. Dies sind nicht etwa die Maße einer hübschen Frau, sondern Jubiläen der besonderen Art.
Die Ismaninger haben ihren 35 Meter hohen Wasserturm ständig vor der Nase. Nur wenige von ihnen dürften aber schon einmal in dem gelb angestrichenen "Zahnstocher" herumgelaufen sein. An einem Wochenende im September 2004 konnten die Bürger anlässlich der 3. Kulturmtage die 142 Stufen erklimmen, vorbei am Atelier der Malerin Veronika Schattenmann, bis hinauf zu dem Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) Ortsverein C32, der sich knapp unterhalb des Daches eingenistet hat.
80 - 20 - 90, diese Zahlen beschreiben den Anlass der
Kulturmtage: Im Jahr 2004 wurde der Rundfunk in Bayern 80 Jahre, der Ortsverein
der Amateurfunker 20 und der Ismaninger Wasserturm 90 Jahre alt. Außerdem malt
Fr. Schattenmann bereits seit einem Vierteljahrhundert im Turm und in der
Wohnung des ehemaligen Wasserwartes der Gemeinde an ihren Werken. "Wir
wollen mit den Kulturmtagen Kunst und Technik verbinden", sagt sie.
Als die Künstlerin in den Turm einzog, war er "in einem üblen Zustand, richtig modrig". Also hat Frau Schattenmann dem Turm einen Anstrich verpasst: Sie malte innen die Wände in kräftigen Farben an. Jetzt ist es viel heimeliger. Sehr zur Freude der Künstlerin, die sich "anfangs hier sehr einsam gefühlt" hat. Früher habe der Keller des Turms stets unter Wasser gestanden. "Aber irgendwie haben die Funker den trocken bekommen", erzählt Schattenmann.
Vom Dachgeschoss bis an die Spitze sind es noch einmal zwölf Meter. Von einem Fenster im höchsten Stock aus war am Wochenende sogar das Wiesn-Riesenrad zu sehen. Das hat die Funker aber weniger interessiert.
Ein
Team um Hanspeter Kuhlen zeigte stattdessen den Besuchern unter anderem, wie
mittels Computer von Ismaning aus eine 300 Tonnen schwere
Satellitenschüssel,
die in der Nähe von Weilheim steht, bis auf ein tausendstel Grad genau in allen
Richtungen gedreht werden kann. Mit dieser "Schüssel" hören die
Funker sozusagen die Sterne, es wurden damit auch die Marssonden der Nasa und
die Sonde zum Titan gehört.
Und nicht nur die "Schüssel" haben die Funker gezeigt. Neueste Empfangstechniken zum digitalen Rundfunk und Fernsehen wurden ebenso vorgezeigt. Heinz Moser und Burkhard Schröter zeigten historische Radios, u. a. verschiedene Detektorgeräte.
Mit ca. 400-500 Besuchern war es ein erfolgreiches Wochenende.
(Text z. T. aus Münchner Merkur, Lokalteil v. 20.09.2004)